Notes from a Small Island 4

Posted August 9, 2008 by inselleben
Categories: Alltaegliches

Meine Lieblingsformulierung in Wohnungs- und Zimmeranzeigen:

No pets, no couples.

In der Reihenfolge. 

School Placements

Posted Juli 30, 2008 by inselleben
Categories: Alltaegliches

Vor ein paar Tagen sind endlich die lang ersehnten Schulzuweisungen für das PGCE-Jahr gekommen. Für mich mit einer guten und einer schlechten Nachricht. Die gute ist, dass die Schule ein geniales Classics Department hat. Latein ist Pflicht als erste Fremdsprache, Griechisch wird von den meisten in der 9ten hinzugewählt, darüber hinaus gibt es noch die Schulfächer Classical Civilization (nicht Sprachen basiert) und Classical Philosophy. Kennt man sich ein bisschen mit dem britischen Schulsystem aus, weiß man, dass das natürlich kein Community College ist. Nein, es ist Sevenoaks School. Eine der angesehensten (und teuersten) Privatschulen des Landes. Quasi das Eton für Jungs und Mädchen. Will man seinen Sprößling dorthin ins Internat schicken, muss man schon einmal 25.000 Pfund pro Jahr locker machen. Darüber hinaus hat die Schule ihre A-Level komplett durch das International Baccalaureate ersetzt, eine Art internationales Abitur. Neben Latein und Griechich kann man dort auch noch Deutsch, Französisch, Spanisch, Italienisch, Russisch und Japanisch lernen. Soweit die gute Nachricht - sieht man mal davon ab, dass man natürlich seine Seele verkauft, da diese Schule wirklich nur den “Oberen Zehntausend”, Diplomatenkindern und den ein oder anderen superintelligenten Stipendiaten offen steht und sie von dem Ideal der “gleichen Bildung für alle” mal soweit weg ist wie der Mond von der Erde.

Die schlechte Nachricht ist aber, dass die Schule verdammte fucking 75 Meilen (ca. 120 Kilometer) von Cambridge weg ist. Vielen Dank auch. Mein Wunsch, endlich mal mehr als ein paar Monate an einem Ort zu wohnen, hat sich damit also nicht erfüllt. Die Nachricht kam dann auch noch an dem Tag, an dem ich sowieso schon schlecht drauf war, da ich einige meiner Sachen nicht finden konnte - weder in meinem Schrank noch in den Kisten, die sich in meinem Zimmer stapeln -, es sich heraus stellte, dass sie (wahrscheinlich) in einer der Kisten waren, die in Chris’s Vater’s Garage zwischengelagert sind, und ich dann meinte, dass ich ja schließlich nur noch die Zeit bis Cambridge überleben müsse. Chris ist das ganze Jahr in Cambridge stationiert, bzw. in “commutable distance”, da er mit seinem Auto als “designated driver” fungieren und andere Studenten zu seiner Schule mitnehmen kann. Jetzt müssen wir uns halt nur überlegen, wo und wie wir wohnen. Eigentlich wollten wir uns ja eine 2-Zimmer-Wohnung nehmen, was jetzt nicht mehr in Frage kommt, da Chris die sich ja schlecht allein leisten kann, wenn ich nach Weihnachten umziehen muss. Er müsste sich halt für die Zeit einen Mitbewohner suchen. Einraumwohnungen sind, wie man sich vorstellen kann, fast überhaupt nicht zu bezahlen. Wenn - oder besser falls - wir nächste Woche 2 Tage zusammen frei haben, müssen wir umbedingt nach Cambridge fahren, um die Sache mal genauer unter die Lupe zu nehmen. Es sind ja schließlich nur noch ca. 6 Wochen.

Aber wenigstens habe ich ne gute (wenn auch realitätsferne) Schule erwischt!

Crop Circle Spotting in Wiltshire

Posted Juli 24, 2008 by inselleben
Categories: Reisen

Mysteriöse Dinge geschehen jedes Jahr im Juli und August in Wiltshire (also da, wo auch Stonehenge und die Steinkreise von Avesbury zu sehen sind). Wo am Abend noch unagetastete Weizenfelder sind, befinden sich am nächsten Morgen - wie von Geisterhand - riesige, faszinierende Kornkreise. Aliens? Touristenfischende Bauern? Oder Kunststudenten? Das muss man sich doch mal von der Nähe aus ansehen. Also rein ins Auto, Zelt eingepackt und ab nach Wiltshire. Am Abend Zelt auf einem kleinen Zeltplatz hinter einem Country Pub aufgebaut (wie praktisch) und erstmal Suppe gegessen,noch ein bisschen gelesen (sind ja schließlich Chris und ich) und dann auf neuer Iso-Matte und im neuen Schlafsack gepennt.

  

Am nächsten Morgen dann die Überraschung: wir waren gerade auf dem Weg zu einem, den wir am Vorabend vom Auto aus gesehen haben, als wir an einem Feld vorbeikamen, auf dem am Tag zuvor noch keiner war, jetzt aber schon. Also rein da. Der ganze Kreis voll von Menschen (leicht übertrieben). Und was für welche. Hauptsächlich Amerikaner mit Wünschelruten und Pendel. Energie fließen nämlich gegen den Urzeigersinn in diesen “temporären Tempeln”, wie uns ein mitteilungsbedürftiger Californier mittleren Alters erläuterte. Wenn man sich genau ins Zentrum eines solchen Kreises legt, könne man seine körpereigenen Energien wieder aufladen, ergänzte seine Gefährtin im selbstgebatikten T-Shirt. Also nur solche Leute. Als Chris dann irgendwann mal halblaut “great works of art” fallen ließ, wurden wir fast erschossen. Speaking of which, manche Farmer haben von dem alljährlichen Spektakel so den Hals voll, dass sie wirklich schießen. Welche Farmer auf welchen Feldern das sind, kann man übrigens im “Silent Circle”, dem Crop Circle Cafe und Informationszentrum erfahren. Wir haben uns dann noch ein paar weitere angeschaut und man muss wirklich sagen, das einige schon toll aussehen. Da haben die Aliens ganze Abeit geleistet. Leider sind wir mit unserem doch eingeschränkten Auffassungsvermögen nicht in der Lage, die Message zu verstehen. Die Aliens sind quasi in der gleichen Lagen wie die Delphine im The Hitchhiker’s Guide to the Galaxy”. Hier mal ein paar Photos: Die ersten beiden sind von dem “neuen”, einmal aus unserer Sicht und einmal von oben (es gib natürlich tausende Internetseiten); und dann noch von einem, der ein paar Tage früher “erschienen” ist. 

 

  

Ein Freund von Chris hat übrigens schon bei der “Erschaffung” ein paar kleinerer Kornreise in West Sussex mitgeholfen.

Cambridge re-visited

Posted Juli 15, 2008 by inselleben
Categories: Reisen

Hier mal ein paar Fotos von meinem College Hughes Hall, geschossen letzen Mittwoch in Cambridge. Leider konnte ich nicht rein in die Gebäude, da dort an dem Tag eine Konferenz stattfand und ich leider keinen gültigen Konferenzpass und kein Namensschild vorzuweisen hatte. Reinschmuggeln war leider auch nicht möglich, da ich in meinen vom Regen durchweichten Klamotten zwischen all den Kostümchen und Anzügen immer gleich aufgefallen bin. Wieviel Zeit ich am Ende im College verbringen werde, wird sich noch herausstellen, da ich in die Kategorie “living out” gehöre und somit wahrscheinlich die meiste Zeit eh in der Faculty of Education sein werde. Aber nun endlich die Fotos:

    

   

Zurück ins Studentenleben

Posted Juli 11, 2008 by inselleben
Categories: Alltaegliches

Wohnlich und relativ unfreiwillig, that is. Nachdem meine Zimmersuche daran gescheitert ist, dass ich keinen 9-5 Job habe, dafür aber ein Privatleben, habe ich in letzter Sekunde ein Zimmer in einem Studentenhaus des Colleges ergattert. Dummerweise wohnen in diesem Haus aber jetzt auch Studenten. Fünf Spanier, die hier am College in der International Summer School Englisch lernen wollen. Meiner naiven Sorge, dass die Kinderchen doch aber überhaupt kein Englisch lernen, da sie ja alle zusammen wohnen und nur Spanisch sprechen, begegnete Chris mit dem trockenen Kommentar, dass das Hauptziel einer Summer School schließlich nicht das akademische Fortkommen, sondern “drinking and get laid” sei. Glücklicherweise habe ich letztes noch nicht beobachten müssen, dafür aber das erste ausgiebig. Besonders gerne geschieht dies um 2 Uhr nachts im Garten, der an die Küche grenzt, über der mein Zimmer ist. Wenn man wie ich öfters mal um 1 Uhr nachts von der Arbeit kommt und früh um 8 auch schon wieder da sein muss, kann das schon mal störend sein. Ausserdem weiß ja jeder, der mich kennt, dass ich gerne mal um 10 ins Bett gehe und dann auch meine Ruhe will. Langweilig, aber so bin ich. Ausserdem weigert man sich, mit mir Englisch zu sprechen. Sind meine 5 housmates in der Küche und ich komme dazu und frage was, antworten sie mir auf Spanisch. Konsequent. Oder gar nicht. Schon seltsam. Ausserdem wird auch gerne mal mein Käse und meine Milch aus dem Kühlschrank genommen und über nacht draussen gelassen. Hauptsache das Stella Artois ist schön kalt. Als ich am nächsten Morgen im allgemeinen Chaos meine Milch gefunden hatte, bröckelte sie über mein Müsli. Vielen Dank auch. Nennt mich spießig, aber ich mag keine Studentenbuden. Schon als Student nicht.  Das ganze hat aber auch gute Seiten: Die Miete musste im Vorraus bezahlt werden und da ich meistens sowieso auf Arbeit esse (besides, im dem Dreck hier koch ich sowieso nix), kann ich ein bisschen was für Cambridge sparen; ich wohne ganze 5 Minuten näher am Hafen, was meinen Fahrradweg auf grandiose 25 Minuten verkürzt und ich muss nur noch 5 Wochen hier wohnen, da ich danach 3 Wochen bei Chris im Haus campe. Ausserdem darf ich jetzt die Bar am Abend abschließen und die Tagesabrechnung machen, und habe deswegen eine Gehaltserhöhung von 1 Pfund pro Stunde bekommen. Und heute morgen hat es nach 4 Tagen endlich aufgehört zu regnen und es war sogar so warm, dass ich nur im T-Shirt auf die Straße gehen konnte. Hach, das Leben ist schön.